Im Atem der Zeit

Samstag, 30. Mai 2026, 18:00 Uhr
Melanchthonkirche

Im Atem der Zeit
Sehnsucht Amerika

Autobiografische Texte von Ernst Krenek
Musik von Ernst Krenek, Arnold Schönberg, Mauricio Kagel, Henry Sauguet u.a.

Rezitation: Mark Oliver Bögel
Singende Säge: Nicholas Bardach
Klavier und Orgel: Ludwig Kaiser

Vor 125 Jahren kam Ernst Krenek am 23. August in Wien zur Welt. Das Schaffen des vielseitigen Komponisten heute auf einen Nenner zu bringen, ist so gut wie unmöglich.

In den 1920er Jahren ist Krenek noch in Deutschland aktiv: Als Assistent des experimentierfreudigen Intendanten Paul Bekker begleitet er Opernproduktionen in Kassel und Wiesbaden.

Seine Bühnen-Erfahrungen münden in einen ersten großen Erfolg. „Jonny spielt auf“ wird in Europa auf über 100 Bühnen gespielt. Geschickt verquickt Krenek Elemente der Oper, der Operette und Revue.
„Jonny spielt auf“ trägt den nicht ganz stimmigen Beinamen „Jazz-Oper“. Jazz ist den Nationalsozialisten jedenfalls ein Dorn im Auge, ein afroamerikanischer Protagonist ebenso.

Es kommt, wie es kommen muss: Kreneks Werke kommen 1933 auf die schwarze Liste.
Erst hält er sich noch mit Reisen nach Spanien oder Belgien über Wasser und kann noch eine Zeitlang in Wien leben.  Als die Zustände durch die, wie Krenek schreibt, „Abgesandten der Hölle“ unerträglich werden, geht er ins Exil, nach Amerika.

So wird für Ernst Krenek – stellvertretend für viele andere – Amerika zum ersehnten Exil.

Eintritt: 16 | 8 EUR